#querbeet Eine Holzkuppel sorgt für Diskussion

Mit Querbeet im Dialog

Gespräche über die Zukunft der Gemeinden, Regionen und Europa

Querbeet mobil unterwegs: „Wir wollen einen spannenden Begegnungsraum schaffen“, der mobil ist, für Aufsehen sorgt und darüber hinaus zu einem öffentlichen Dialog einlädt. „Viele Dörfer haben nicht einmal ein Bankerl zum Sitzen und Reden, der öffentliche Dialograum fehlt.“ Angeregt durch ein Gespräch über den Brunnen am Dorfplatz als Begegnungsort in früherer Zeit kam die zündende Idee des mobilen Angebots der Holzkuppel. Diese wurde im Zuge der EU-Wahlen gebaut. Der Brunnen am Dorfplatz war früher der Ort, an dem die Alten und Jungen, die Zuagroasten und Einheimischen gestikulierten, lachten oder auch mal heftig diskutierten. In Form der Holzkuppel wird dieser Gesprächsort zurückgeholt. Unter diesem Dach sollen Menschen zusammenkommen, die für die Gemeinde, die Stadt, die Region und für Europa etwas bewirken wollen.

Thema EU und die Kulturvielfalt im ländlichen Raum

Doch über was wurde jetzt eigentlich diskutiert? Ausschlaggebendes Thema war Europa und die Kulturvielfalt in der Gemeinde. Einerseits repräsentiert das Europäische Parlament mit seinen 751 Abgeordneten aus 28 EU-Mitgliedsstaaten die BürgerInnen, andererseits erscheint genau diese Konstellation als zu komplex, als die-da-oben. Manch einer fühlt sich nicht vertreten, manch einer hat aber gerade durch die aktuellen Migrations- und Klimadebatten Europa ein Stück besser kennen gelernt. Sind es doch zwei Themen die von einem relativen kleinen Land wie Österreich nicht alleine bewältigt werden können, sondern nur in einer gemeinsamen Einheit zu lösen sind. Gerade diese beiden Themenbereiche sind vor Ort zu spüren, müssen aber in einem größeren Kontext bearbeitet werden – so zumindest war die Meinung einiger.

Einige sind sogar extra mit dem Rad angereist um in der Kuppel ein Statement abzugeben. Dabei war vor allem der Wunsch nach besserer örtlichen Infrastruktur für schulische Ausbildungszwecke vor Ort und nach mehr Arbeitsplätzen in der Region zu spüren. Schließlich wolle man der Jugend auch abseits des Tourismus Möglichkeiten geben sich zu positionieren. LRin Klambauer betonte, dass beispielsweise gerade in Schwarzach mit dem Krankenhaus eine eigene Ausbildungsstätte vor Ort geschaffen werden soll, die zumindest im Bereich der Pflege für neue beruflich Ankerpunkte sorgen soll.

Europa und die EU
kritisch wurde es sobald über die EU gesprochen wurde. Während Europa als positive Konnotation von den Menschen verwendet wurde, war die EU oft ein ausschlaggebendes Wort für eine Negativmeldung. Themen wie die krumme Gurke oder die Verwendung von Plastikgeschirr treiben sich oft noch in den Köpfen der Menschen herum. Obwohl sie schon vor vielen Jahren behandelt wurden und das Parlament aktuelle, komplexe Debatten aufgreift. Genauso fühlen sich einige Menschen von den Österreichischen Parlamentariern nicht vertreten. Es scheint, dass mehr Eigeninteressen wie gesamtgesellschaftliche Lösungen gesucht werden. Der Bezug zu den VertreterInnen fehle, so die Meinung einiger GesprächspartnerInnen.

Fazit

Ob positiv oder negativ – die Meinungen dürfen und sollen in einem Gespräch auseinandergehen. Das ist auch der Sinn eines Dialoges. Der gemeinsame Konsens bestand darin, dass Europa ein Friedensprojekt ist und auch weiterhin für friedliches Miteinander sorgen kann und soll. Dorfgastein, Bischofshofen und Radstadt waren die drei Kuppelorte mit insgesamt ca. 60 GesprächspartnerInnen. Vom Schneeregen bis zum Sonnenschein – diskutiert wurde trotzdem und damit hat die Kuppel sein Ziel erreicht: Öffentlich miteinander reden, denn meistens ist es eine Mitte die uns eint.


Die Kuppelgespräche wurden vom Projekt Querbeet in den Pongau geholt

In Kooperation mit european public sphere und Dialog2019



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Projektträger:

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